Stichwort App: Wann ist eine App erfolgreich?

07. Dezember 2016

von Christian Jochemich, energy|app provider

Was ist App-Erfolg?
Downloads? Zum Teil. Dauerhafte Nutzung? Ja, sicher. Erlöse und Effizienzen? Immer mehr. Kundenbindung? Ganz bestimmt. Kurzum: Was Erfolg ist, legen Sie selber fest. Was es aber sicher ist: App-Erfolg ist keine Frage der Größe. Gerade Smart Living Apps in Städten/Regionen mit unter 150.000 Einwohnern sind  eher „erfolgreicher" als größere. Dies liegt sicherlich am geringeren App-Wettbewerb, aber auch an der größeren Nähe zu lokalen Partner und Nutzer ("Lokales Involvement"). 10% der Einwohner im Gebiet und mehr laden sich die Apps in kürzester Zeit runter und nutzen sie auch nach Jahren noch regelmäßig. Ein beachtlicher Erfolg - der ungeahnte Interationsmöglichkeiten bietet! Unser Motto dabei: Statt 1x Jahr negative eindirektionale Kommunikation vom EVU (—> Jahresrechnung)  hin zu täglich positiver Interaktion mit dem Kunden. Und das ist erst der Anfang - unsere Stadtwerke-Partner setzen  bereits die nächsten Ziele.

Am Anfang steht immer ein Plan! 
Top-Down anzufangen hilft auch hier: Eine Digitalisierungsstrategie! Eine sehr gute Voraussetzung für den Erfolg einer App ist eine vorhandene oder parallel entwickelte Digitalisierungsstrategie, die auch eine App inkludiert und aktiv berücksichtigt. Der Grund liegt auf der Hand: Eine stimmige Digitalisierungs-Strategie führt abgeleitet zu einem App-Konzept mit Zielen und abgestimmten Inhalten. (—> Siehe oben: „Was ist App-Erfolg?“) Wichtig: Die App kann parallel zur Strategie oder ohne Abhängigkeiten zu bestehenden IT-Projekte umgesetzt werden. Sie dient viel mehr als Erfahrungswerkzeug für Unternehmen und Mitarbeiter im neuen digitalen Umfeld!

Inhalte, Inhalte, Inhalte
Die erste Hälfte des App-Erfolgs sind dann Inhalte, Inhalte und nochmals Inhalte. Und zwar Nutzenstfitende. Denn (sinnvolle) Inhalte und in Verbindung mit den technischen Möglichkeiten der Endgeräte (bspw. Augmented Reality oder Sprachassistenten) sind die größten Treiber für dauerhafte App-Nutzung. Man beachte auch an der Stelle die Reihenfolge: Erst Inhalte und dann Features! Technische Möglichkeiten/Features der Endgeräte können dann anschließend mit den Inhalten verknüpft werden und so Gamification und Nutzeraktivierung steigern. Hier einzelne Beispiele, welche wir aktuell in unseren Apps realisiert haben:

  • Augmented Reality in (Stadt-)Karten
  • Zählerstandserfassung mit OCR-Texterkennung
  • eCouponing: Kundenkarte mit Authentifizierung
  • POI-Verzahnung mit iBeacons und location based marketing
  • Tischreservierung mit resmio
  • Native Integration Customer Self-Service
  • Dynamische Gewinnspiele zur Kundendatengewinnung
  • Dienstleistungsplattform: Leadgenerierung für Dienstleistungen 

Doch, welche Funktionen und Inhalte nehme ich nun in die App: Wir werden oft gefragt, ob wir nicht „mal eben sowas wie Pokemon für die Energiewirtschaft" nachbauen könnten? Nein, können wir nicht, sonst hätten wir es schon gemacht. Die eine „Killer“-Funktion gleichermaßen für alle EVUS zu finden ist sehr schwer möglich, aber es gibt übergreifend erfolgreiche Funktionen. Dies sind im wesentlichen die Inhalte die tägliche Relevanz haben: Nachrichten, Events, Mobilität, Angebote, ... Aber - und das ist entscheidend: Gute Apps haben - aus Nutzersicht - ein lokales Alleinstellungsmerkmal. Dies gilt es immer lokal zu finden. 

Vermarktung muss nicht viel kosten
Die andere Hälfte des App-Erfolgs ist Vermarktung: Gute Apps von uns haben bereits heute mehr Aufrufe als die Web-Präsenz. Das sollte auch bei der Ressourcen- und Budgetzuteilung berücksichtigt werden, gerade auch für deren Vermarktung. Eine verzahnte Kommunikation und Vermarktung über alle Online-Channels ist unabdingbar (siehe dazu auch wieder Strategie). Eine App braucht initiale und dauerhafte Vermarktung. Nur teuer sein muss es nicht! Wir empfehlen unseren Kunden dazu immer erst die "low-hanging fruits“: Einbettung in jede Form der Regelkommunikation und an allen bestehenden Kundenkontaktpunkten des EVUs, Multiplikator-Effekte über lokales Involvement der Partner … Das kostet (fast) nichts. Erst danach sollte man über die effektiven Online-Channel wie Social Media & Co. nachdenken. Und am besten: Verzahnung von lokalen Events mit Aktionen in App und Web. So erhält man echte, lokale Downloads und bleibt dauerhaft auf dem Homescreen der Nutzer! 


Und nun?
Einfach mal Loslegen! Gemeinschaftliche Entwicklung und bestehende App-Standards ermöglichen den schnellen Einstieg und reduzieren die Aufwände auf allen Seiten enorm. Diese Erkenntnis ist vorhanden - sollte beim Thema App aber mehr denn je gelten: So sind bei Eigenentwicklungen mit Projektkosten von > 200.000 EUR einmalig und > 100.000 EUR laufend, sowie Projektdauer von über 2 Jahren bis zum Go-Live der App eher die Regel als die Ausnahme. Da kann man bei App-Einführung direkt den nächsten Relaunch starten. Zum Vergleich: Ein White-Label App-Angebot kostet nur ein Bruchteil davon und ist wesentlich schneller am Start. Das Konzept bietet darüber hinaus noch weitere Vorteile: Der laufende Betrieb wird über einen erfahrenen Dienstleister sichergestellt und man erhält kontinuierliche Weiterentwicklungen gleich mit dazu. Aktuelle Trends werden automatisch in der App-Community zirkuliert und Weiterentwicklungsideen gemeinsam diskutiert. Als energy|app provider helfen wir Ihnen auch neue Trends zu entdecken und entwickeln Vorschläge für die Weiterentwicklung, Monetarisierung und Vermarktung Ihrer App lokal vor Ort! Oder wissen Sie etwa, was die umsatzstärksten Apps im letzten Monat waren und was das für die eigene App bedeutet? 

Falls Sie die Antwort wissen möchten oder einfach nur Fragen zu unserem App-Konzept und App-Vermarktung haben: Sprechen Sie uns an. Wir freuen uns auf den Austausch!

Anmerkung des Autors: Die Aussagen sind sicher nicht global richtig und auch bestimmt subjektiv - aber sie basieren auf Erfahrung von mehr als 24 laufenden Smart Living Apps, über 4.000.000 App-Besuchen und noch viel mehr Gesprächen zum Thema.

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