Verzögerungen im Smart-Meter-Rollout in Deutschland: Ruhe vor dem Sturm?

14.06.2019

Seit Inkrafttreten des Messstellenbetriebsgesetzes im September 2016 warten die beteiligten Akteure darauf, dass der Rollout starten kann.

Seit Inkrafttreten des Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) im September 2016 warten die beteiligten Akteure darauf, dass drei Hersteller von Smart-Meter-Gateways vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert werden, die technische Möglichkeit des Rollouts gemäß § 30 MsbG erfüllt ist und damit der Rollout startet. Viel Zeit ist seitdem vergangen. Erste Akteure ziehen sich aus dem Geschäftsfeld des Smart-Meterings zurück und die im Geschäftsfeld positionierten Startups warten sehnsüchtig darauf, dass es endlich losgeht.

In der Marktanalyse des BSI wurde Ende Januar beschrieben, dass selbst bei technischer Möglichkeit des Rollouts noch nicht alle Messstellen, für die der Einbau eines intelligenten Messsystems gemäß § 29 Abs. 1 MsbG vorgesehen ist, ausgerollt werden müssen. Von der Rollout-Pflicht ausgenommen sind erst einmal RLM-Zähler, steuerbare Verbrauchseinrichtungen gemäß §14a EnWG sowie dezentrale Erzeugungsanlagen, die sich in der Direktvermarktung befinden. Die Zahl der Pflichteinbau-Fälle wird also erst einmal geringer sein. In der Branche wird allgemein erwartet, dass (dieses Mal wirklich) in Q3 bzw. spätestens Q4 2019 zwei weitere Hersteller von Smart-Meter Gateways zertifiziert sein werden – neben der bereits zertifizierten PPC AG.

Für grundzuständige Messstellenbetreiber (=gMSB) bleibt also noch ein wenig Zeit, um sich auf den Rollout vorzubereiten. Wir empfehlen hier insbesondere die Prozesse rund um den Einbau von intelligenten Messsystemen einerseits IT-seitig („Wie gelangen die Messwerte aus dem intelligenten Messsystem fehlerfrei zur richtigen Zeit an den richtigen Ort?“) andererseits ablauf-organisatorisch („Wer macht wann was, damit wir möglichst effizient sind?“) abzustimmen und akribisch zu testen, um unnötige Fehler zu vermeiden. Darüber hinaus gilt es die Anforderungen der sicheren Lieferkette („SilKE“) zu erfüllen und die aus der Marktkommunikation 2020 resultierenden Herausforderungen für den Messstellenbetreiber umzusetzen. Jede Verzögerung und jeder Fehler kostet den gMSB zusätzlich Geld und verschlechtert die in der Regel eh schon nicht positiven Business Cases.

Für wettbewerbliche Messstellenbetreiber gilt es eine individuell passende Positionierung zu finden und diese in die Marktfähigkeit zu überführen. Wir haben in unseren Projekten die Erfahrung gemacht, dass die Ansätze für den wMSB von Unternehmen zu Unternehmen durchaus verschieden sind. Das gilt auch, selbst wenn sich gewisse Kundengruppen auf den ersten Blick eher für den wMSB eignen als andere. Entscheidend sind hier die Ziele für das Geschäftsfeld („Sicherung von Bestandskunden“, „Generierung zusätzlicher Erträge“, „Wachstum an Kundenzahlen“, etc.) sowie die individuellen Voraussetzungen eines Unternehmens, z. B. ob man das Geschäftsfeld allein oder mit Partnern ausprägen möchte bzw. welche Wertschöpfungstiefe für den wMSB optimal ist. Daraus leitet sich die passende Positionierung ab, die dann möglichst zügig umzusetzen ist, um bereit zu sein, wenn die Ruhe vor dem Sturm endet.

Wir durften bereits viele Energieversorger bei Fragestellungen rund um den Smart Meter Rollout begleiten – sowohl auf Netz- als auch auf Vertriebsseite.

Gerne stehen wir auch Ihnen für einen unverbindlichen Austausch zur Verfügung und unterstützen Sie bei ihrem Vorhaben.

Kontakt

Christof Schidlovski
+49 201 1022-340
schidlovski@conenergy.com

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